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Digital History: Konzepte, Methoden und Kritiken digitaler Geschichtswissenschaften, Göttingen, 16.-18. März 2020. Vorläufiges Tagungsprogramm

Stand: 8.6.2019

Montag, 16.3.2020

9h00-13h00 Pre-Conference „Hands-On-Programmier-Workshop”

Martin Dröge (Paderborn), Ramon Voges (Leipzig):
Python: Web scraping und Natural Language Processing

13h00-14h00 Mittagspause (Selbstzahler)

14h00 Einleitung und Eröffnung der Tagung

Karoline Döring (München), Stefan Haas (Göttingen), Mareike König (Paris), Jörg Wettlaufer (Göttingen)

14h30-15h30 Eröffnungsvortrag (Keynote)
Thorsten Hiltmann (Münster): Vom Medienwandel zum Methodenwandel. Die Digitalisierung der Geschichtswissenschaft in historischer Perspektive

15h30-16h00 Kaffeepause

16h00-17h30 Panel 1 “Neue Methoden der Digital History I”

Katrin Moeller (Halle-Wittenberg): Die Modellierung des zeitlichen Vergleichs als Kernkompetenz von Digital History im digitalen Methodenturn (Vom vormodernen Stand zum modernen Beruf?)

Leif Scheuermann (Graz): Simulation als historische Methode

Tobias Hodel (Zürich): Die Maschine und die Geschichtswissenschaft:

Einfluss des maschinellen Lernens auf eine Disziplin

17h30-18h00 Pause

18h00 Abendvortrag (Keynote)
Andreas Fickers (Luxembourg): Digitale Hermeneutik und Geschichtswissenschaft

20h00 Empfang

Dienstag, 17.3.2020

9h00-10h30 Panel 2 “Digitale Praktiken in der Reflexion”

Silke Schwandt (Heidelberg): Digital History – Digital Practices. Digitale Praktiken als Selbstreflexion in der Geschichtswissenschaft

Moritz Feichtinger (Zürich): Daten und ihre Basis: Chancen und Probleme beim Umgang mit originär digitalen Quellen

Anna Aschauer/Monika Barget/aap Geraerts/Demival Vasques Filho (Mainz): Datenambiguität und Ergebnistransparenz in historischen Visualisierungsverfahren

10h30-11h00 Kaffeepause

11h00-12h30 Panel 3 “Lehre und Public History”

Lara Mührenberg/Ute Verstegen (Erlangen-Nürnberg): Christliche Archäologie im „inverted classroom“ – Innovative Lehre für die Generation Z

Hendrikje Carius/Christiane Kuller/Patrick Rössler/René Smolarski, (Erfurt): Aufbau einer projektübergreifenden Citizen-Science-Plattform für die Geisteswissenschaften

Doris Tausendfreund (Berlin): Narratologie im digitalen Zeitalter, neue Publikationsformen, Public History

12h30-13h30 Mittagspause / Lunch

13h30-15h00 Panel 4 “Neue Methoden der Digital History II”

Christopher Banditt (Potsdam): Die Rekonstruktion der materiellen Ausstattung von Haushalten in Ostdeutschland 1980–2000. Ein Beispiel für quantitative und digitale Methoden in den Geschichtswissenschaften

Florian Windhager/Eva Mayr (Krems)/Matthias Schlögl/Maximilian Kaiser (Wien): Visuelle Analyse und Kuratierung von Biographiedaten

Robert Gramsch-Stehfest/Clemens Beck/Clemens Beckstein/Christian Knüpfer (Jena): Digitale Prosopographie. Automatisierte Auswertung und Netzwerkanalyse eines Quellenkorpus zur Geschichte gelehrter deutscher Eliten des 15. Jahrhunderts

15h00-15h30 Kaffeepause

15h30-16h30 Panel 5 “Digitale Editionen”

Roman Bleier/Christopher Pollin/Georg Vogeler (Graz): „Ich glaube, Fakt ist…“: der geschichtswissenschaftliche Zugang zum Edieren

Sven Pagel/Anna-Lena Körfer (Mainz): Modellierung und Vergleich des klassischen und digitalen Editionsprozesses – Ergebnisse aus sechs internationalen Workshops

16h30-17h30 Keynote 3

N.N.: Keynote Digitale Lehre

19:00 Uhr (Abendessen – Selbstzahler)

Mittwoch, 18.3.2020

9h00-10h30 Panel 6 “Geschichtswissenschaft online: Praktiken und Inhaltsanalyse”

Melanie Althage (Münster): Trends und Entwicklungen der historischen Fachkommunikation im Spiegel von H-Soz-Kult

Mareike König (Paris): Die twitternde Zunft: Analyse von Twitterverhalten und Tweets bei den Historikertagen 2012 bis 2018

Oliver Kiechle (Düsseldorf): “One person’s data is another person’s noise.” Flame Wars, SPAM und Bots in Born Digital Sources

10h30-11h00 Kaffeepause

11h00-12h30 Panel 7 “Theorie und Praxis der Visualisierungen und Narrative”

Sarah-Mai Dang (Marburg): Digitale Datenbanken und Narrative in der Filmgeschichtsschreibung

Gerben Zaagsma (Luxembourg): Visualising early music recording landscapes and networks: the case of the Berlin Phonogramm-Archiv

Stefan Haas/Christian Wachter (Göttingen): Visual Heuristics. Mit Datenvisualisierungen das Close Reading vorstrukturieren

12h30-13h30 Mittagspause (Selbstzahler)

13h30-16h30 Barcamp Digital History

13h30-13h45 Begrüßung und Erklärung

13h45-14h00 Vorstellungsrunde

14h00-14h15 Sessionplanung

14h15-15h00 Sessionrunde I

15h00-15h15 Pause

15h15-16h00 Sessionrunde II

16h00-16h45 Sessionrunde III

16h45-17h30 Abschlussdiskussion

CfP: Digital History: Konzepte, Methoden und Kritiken digitaler Geschichtswissenschaften, Göttingen, 16.-18. März 2020

Veranstaltet von der AG Digitale Geschichtswissenschaft im VHD
Organisiert von: Karoline Döring, (München); Stefan Haas (Göttingen); Mareike König (Paris), Jörg Wettlaufer (Göttingen)
Wissenschaftlicher Beirat: Andreas Fickers, Gudrun Gersmann, Simone Lässig,  Malte Rehbein, Patrick Sahle, Charlotte Schubert, Georg Vogeler

Deadline: für die Einreichung von Vorschlägen (eine PDF-Datei) 15.4.2019
Mailadresse: digihistdigihumde
Termin der Tagung: 16.-18. März 2020
Ort: Göttingen, SUB Historisches Gebäude, Papendiek 14, Alfred-Hessel Saal.

Die historische Forschung und Lehre haben sich in den letzten Jahren durch die Digitalisierung von Quellen, Methoden und Forschungsumgebungen, innerhalb derer Geschichtswissenschaft durchgeführt, produziert, diskutiert und verbreitet wird, tiefgreifend verändert. Massendigitalisierungsprojekte ermöglichen einen zeit- und ortsunabhängigen Zugang zu Quellen und Literatur. Kommerzielle und OpenSource-Programme stehen bereit, um mittels qualitativer und/oder quantitativer Datenanalyse verschiedene methodische Verfahren zur Analyse und Interpretation dieser Quellen anzuwenden. Die Fachinformation hat sich überwiegend ins Netz verlagert und schließt partizipative Medien ein. Die Bandbreite an digitalen Lehrmethoden hat stark zugenommen, während die Online-Präsentation von Forschungsergebnissen und Citizen-Science-Projekten den Dialog und das aktive Einbinden der breiten Öffentlichkeit in den Forschungsprozess ermöglichen. Lehrstühle zur Digital History werden eingerichtet, die Historikertage haben selbstverständlich digitale Sektionen und fast jedes neue Forschungsprojekt hat einen (wenn auch manchmal kleinen) digitalen Anteil.

By Martin Grandjean – Grandjean, Martin (2014). „La connaissance est un réseau“. Les Cahiers du Numérique 10 (3): 37-54. DOI:10.3166/LCN.10.3.37-54., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=293646

Doch auch wenn sich die Digital History einen zunehmend respektablen Platz im Fach erworben hat, bleibt sie in den Augen vieler ein “ewiges Versprechen” (Cameron Blevins 2016). Hier möchte die Tagung “Digital History: Konzepte, Methoden und Kritiken digitaler Geschichtswissenschaften” ansetzen und eine Bilanz ziehen, indem sie  Veränderungen in der Art und Weise, wie die Geschichtsforschung durchgeführt und kommuniziert wird, auf der einen Seite und neue Objekte, Methoden und Werkzeuge der Analyse und ihre Auswirkungen auf der anderen Seite thematisiert. Die Tagung ist themen- und epochenübergreifend. Drei große Themenbereiche werden dabei diskutiert:

  • Zum ersten soll anhand von Forschungsprojekten das Potential digitaler Methoden ausgelotet und kritisch beleuchtet werden. Der Fokus liegt dabei auf dem Beitrag, den digitale Methoden für die Entwicklung von historischen Argumenten und Interpretationen leisten können.
  • Zum zweiten wird danach gefragt, wie sich geschichtswissenschaftliche Forschung, ihre Themen, Praktiken sowie Kommunikations- und Publikationskulturen im digitalen Zeitalter verändern und wie das Verhältnis von digitalen und klassisch hermeneutischen Methoden neu zu bestimmen ist.
  • Und zum dritten werden Auswirkungen des digitalen Wandels für den wissenschaftlichen Nachwuchs, für die Lehre und für die Forschungsförderung in den Geschichtswissenschaften thematisiert.

Damit sollen Konzepte zum Umgang mit Digitalität und der digitalen Transformation aufgezeigt, der Ort digitaler Methoden innerhalb der Geschichtswissenschaften neu bestimmt und aktuelle wie zukünftige Arbeitsfelder digitaler Geschichte erkundet werden. Wir streben einen kritischen Dialog von digital arbeitenden und nicht-digital arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an, die zum selben Thema forschen. Um Potentiale und Grenzen der digitalen Methoden zu entdecken, sehen wir insbesondere zu den methodischen Vorträgen Respondenten vor, die die Vorträge kritisch kommentieren.

Die Tagung ist auf zweieinhalb Tage angelegt und beginnt am Montag, den 16.3.2020 Nachmittags. Der Tagung vorgeschaltet ist ein halbtägiger Hands-On-Workshop, der sich der Anwendung einer digitalen Methode und Basis-Programmierkenntnisse für die geschichtswissenschaftliche Forschung widmet. Ein halber Tag wird als BarCamp veranstaltet, bei dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort selbst über zu diskutierende Themen entscheiden.

 

Mögliche Themen für Vorträge
Vorschläge für Beiträge sollen den oben genannten drei Bereichen zuzuordnen sein und können u. a. die folgenden Stichpunkte adressieren oder ähnliche Themenfelder umfassen:

Digitale Methoden in der Anwendung: Praxisbeispiele für die Entwicklung historischer Argumente und kritische Einordnung (alle Themen und Epochen)

  • Geographic Information Systems (GIS) und Spatial History
  • Historische Netzwerkforschung
  • Qualitative Text- und Datenanalyse
  • Text Mining in historischen Textkorpora
  • Digitale Editionen in der Geschichtswissenschaft
  • Quantitative Methoden und Statistik

== Bitte nennen Sie uns für diesen Teil in Ihrem Proposal Kolleginnen und Kollegen, mit denen Sie über Ihre Forschungsergebnisse diskutieren möchten.

Digitale Methoden in der Wissenschaftskultur: Paradigmen und Perspektiven

  • Mixed methods: Integration digitaler und hermeneutischer Methoden
  • Narratologie im digitalen Zeitalter
  • Digitale Quellenkritik
  • Historische Grundwissenschaften und Digitale Methoden
  • Big data, longue durée und distant reading – Veränderung der Zugriffe?
  • Neue Publikationsformen (Blogs, living articles, Kommentare, Open Peer Review etc.)
  • Public History sowie Entstehung und Verbreitung von (Geschichts-)Wissen im digitalen Zeitalter
  • Citizen Science Projekte

Digitale Geschichtswissenschaft in der Lehre

  • Wie müssen digitale Methoden in den Curricula verankert werden?
  • Welche didaktischen Möglichkeiten und Herausforderungen eröffnet das Digitale?
  • Welche Erfahrungen in der digitalen Vermittlung historischer Inhalte haben wir gemacht?

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag (mind. 1, max. 2  Seiten) für einen Vortrag von 20 Minuten sowie einen kurzen CV (max. 1 Seite) sowie gerne auch die Namen von Fachkolleginnen und -kollegen, mit denen Sie über Ihre Thesen diskutieren möchten und die bereit wären, ca. 5 Minuten zu respondieren, in einer gemeinsamen PDF-Datei bis zum 15.4.2019 an die Mailadresse digihistdigihumde.

Siehe für den CfP auch: https://digigw.hypotheses.org/3422

Von der Zusendung reiner Projektvorstellungen bitten wir abzusehen. Hauptkriterium für die Auswahl der Vortragenden ist die Rückbindung der angewandten digitalen Methode an eine konkrete historische Fragestellung bzw. die kritische Würdigung und ihre Auswirkungen auf die Forschungskultur des Fachs. Über die Auswahl des Programms entscheidet der wissenschaftliche Beirat gemeinsam mit den Organisator/innen. Neben den durch das CfP ermittelten Vortragenden wird es gesetzte Beiträge geben (insbesondere Keynotes). Die Benachrichtigung der ausgewählten Referentinnen und Referenten erfolgt voraussichtlich bis Ende Mai 2019.

Die Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten über eine Drittmittelfinanzierung wird angestrebt, kann jedoch zum derzeitigen Zeitpunkt nicht garantiert werden. Eine Veröffentlichung der Tagungsergebnisse ist angestrebt.